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Eine Weile nach dem Lehrgang kam ein Fragebogen mit der Bitte um eine Einschätzung. Einige Dinge haben mir gefallen, andere nicht. Insgesamt muss ich sagen, dass ich mir das nicht noch einmal antun möchte. Es hat mich erstaunt, dass es Bläser gibt, die über viele Jahre regelmäßig daran teilnehmen.


- Chorleitungsunterricht

Tutor: Christian Fuchs. Burschikos, autoritär, kumpelhaft. Ließ ungeübte Probanten zu lang allein in ihrer Unfähigkeit. Eine straffere Führung wäre besser. In der Beurteilung kam zunächst die Frage an die Runde: was hat NN richtig/falsch gemacht? Dann seine Analyse. Es wurde zuviel geredet und zuwenig Chorleitung gemacht.

- Neuerung: Chorleitungsgruppen "Ausbildung/Praxis" mit thematischem Schwerpunkt

In unserer Gruppe gab es ein starkes Gefälle von "kaum eine Ahnung" bis "versierte Chorleitung". Das ist für die, die nichts können nicht gut und für die, die schon lange Chorleiter sind, auch nicht. Wobei langjährige Chorleiter leider auch Fehler machen. Bei der Gruppeneinteilung sollte man m.E. darauf achten, dass bei der Anmeldung noch besser unterschieden wird zwischen 1) an Chorleitung interessiert, 2) bis zu fünfjähriger Chorleitung und 3) langjähriger Chorleitung. Die Einengung auf einen thematischen Schwerpunkt halte ich nicht für gut. Ich hatte Popularmusik gewählt und gehofft, dass der Referent Svoboda aus der Schule plaudert. Der hatte aber leider abgesagt. Nun war es so, dass wir vier Tage lang an eher uninteressanten Arrangements herumprobiert haben. Und dann noch aus Notenheften, die gar nicht oder nur sehr schwierig zu beschaffen waren. Dass unser Tutor die Hefte dann mitbringt, hätte er auch vorher mitteilen können.

Besser fände ich es, wenn alle relevanten Themenbereiche berührt werden. Renaissance, Barock, Klassik, Romantik, Swing, Jazz, Rock, Bläserstücke zeitgenössischer Komponisten, Choral, Neues Lied, Gospel, Lobpreis, Taizé, Einführung in die Chorleitung. Jeder Referent betreut ein Sachgebiet. Die Bläser suchen sich die sie interessierenden Kurse auf und verweilen dort so lange, bis sie genug haben. Dann wechseln sie in einen andern Kurs.

- Veranstaltungsreihe "Musik bewegt"

Das kann man fortlassen und stattdessen Chorleitung machen. Manches war ganz nett, letztlich interessiert es mich dann doch nicht besonders, welchen musikalischen Weg ein relativ junger Posaunenwart bis dahin zurückgelegt hat.

- Gastreferent Leonhard Paul

Erstmal ein Kompliment, dass man ihn für Mike Svododa aus dem Hut zaubern konnte. Charmant, witzig, sein Wiener Dialekt allerdings sehr schwer zu verstehen, vor allem, wenn man weiter hinten saß. Ein Ansteckmikrofon wäre nicht schlecht gewesen. Was er mit Posaunenchor zu tun hat, hat sich mir nicht erschlossen. Das Spiel ohne Noten wird im Posaunenchor weiterhin eine Utopie bleiben. Für mich persönlich war sein Instrument, eine rundgebogene Basstrompete, eine Erleuchtung. Der Klang zwischen Horn und Posaune ist etwas, was ich schon lange suche.

- Morgen- und Abendandacht

Die Morgenandacht habe ich gern besucht. Gut gefallen haben mir die eindringlichen Gesänge. Die Donnerstagabendandacht war mir zu lang.

Vor der Morgenandacht gab es ein Morgenblasen. Beim ersten Mal war das ganz nett, beim zweiten Mal schon nicht mehr ganz so schön, anschließend nur noch fade. Es wurden immer zwei genau gleiche Strophen von EG-Chorälen gespielt, statt die Melodie auch mal von einem tiefen Instrument spielen zu lassen. Das hat sich anscheinend allgemein noch nicht durchgesetzt.

- Begrüßungs- und Abschlussblasen

Das war in Ordnung

- Haus, Seminarräume, Ausstattung, Verpflegung

Das ist alles gut

- Organisation

Namensschilder: Es gab nur wenige, die Namensschilder trugen. Das ist schade. Da hätte man mehr drauf achten müssen.

Mir hat ein Ort gefehlt, den man mit Workshop überschreiben könnte. Ein Raum, in dem sich Leute finden, die außerhalb der Kurse miteinander Musik machen.

Außerdem rege ich ein Diskussionforum an, eine Gespächsrunde, in der man sich austauscht. Mit einem Moderator, vielleicht auch unter einem Thema.

Ich hatte im Vorweg gefragt, ob ich Werbung für meine Notenbücher und Hefte machen darf. Das hat man abgelehnt. Das ist in Ordnung. Dann tauchte ein Mann aus dem Osten auf, der einige Taschen voller Instrumente hatte. Der wurde von einem Kursteilnehmer eingeladen dorthin zu kommen. Dieser arme Mensch wurde von Siegfried ziemlich brutal zur Brust genommen. Das fand ich unerträglich. Derselbe Siegfried konnte es aber nicht unterlassen, eine CD der Posaunenwarte anzupreisen. Das hat mich nachdenklich gemacht.

Andererseits haben mir sein launiges Flötenspiel, seine Ansagen und die Kanons gut gefallen.

Heinz war in der Gruppe von Silke Lindenschmidt. Ihm hat es dort gut gefallen, er war voll des Lobes.

Robert Hertwig 3.2.2012

Link zum Haus Hessenkopf bei Goslar am Anfang des nördlichen Harzes KLICK